Adventsbrett mit Kuhle

Wenn zwei Menschenkinder miteinander kommunizieren, denen ein erheblich unterschiedliches technisches Verständnis zu eigen ist, kann es zu Verwicklungen kommen. Und das nicht nur in beruflichen Situationen. Doch wohlgemerkt, es kann, es muss aber nicht...

Des flüssigeren Lesens wegen, wurden in den Dialogen dieses Beitrags die Passagen der wörtlichen Rede von "ihr" und von "ihm"unterschiedlich eingefärbt.

Schon sehr früh saß ich morgens an meinem Computer, und brütete über einer neuen Konstruktion. Mittlerweile war es hell geworden, das Problem gelöst, und es duftete herrlich in meinem Arbeitszimmer nach ganz frisch zubereitetem Cappuccino, den mir die beste aller Ehefrauen, nämlich meine, gerade zusammen mit der Morgenpost gebracht hatte. "Ach Du, ich brauche übrigens ein Brett! Sowas hast Du doch?!" rief sie mir im Hinausrauschen über die Schulter, schon halb auf der Treppe, und auf dem Weg in Richtung Küche zu.
Ich blickte nur kurz auf: "Ja, Bretter hab´ ich." antwortete ich, unbeirrt meine Post sortierend. "Was denn für ein Brett?"
Ich vernam zwar eine Antwort, verstand sie aber nicht, denn die Antwortende hielt sich gegenwärtig ja in der Küche auf, und die liegt bei uns eine Etage tiefer und diverse Ecken weiter.
"Ich hab´ dich nicht verstanden." erwiderte ich deshalb mit leicht angehobener Stimme, und heftete Kontoauszüge ab. "Och, das ist mir egal. Da soll ein Gesteck drauf, das sieht man sowieso nicht" hörte ich etwas später nun wieder aus der näheren Umgebung. "Aha, und wie groß soll dieses Brett sein?"
"Na, so..., ungefähr!"
Nein, ich stutzte nicht, denn ich kenne meine Frau genau. Geübte Ehemänner reagieren ja bekanntlich in Situationen, die durch solche, oder ähnliche Dialoge eingeleitet werden, mit einer eigentümlichen, intuitiven Aufmerksamkeit, die sich durch das äußere Anzeichen einiger weniger aufgerichteter Nackenhärchen bemerkbar macht.
"Liebes, ich kann dich nicht sehen. Wieviele Zentimeter?"
"So zirka siebzig, ...glaub´ ich", rief es von irgendwo.
Eine erhöhte Aufmerksamkeit hindert mich nicht daran, mich gelegentlich vom Schalk treiben zu lassen, der ja bekanntlich gelegentlich auch seinen Sitz im Nacken haben soll, deshalb fragte ich: "Und wie lang?"
"Wie, wie lang? Das mußt Du doch wissen. Ich weiß ja nicht, was Du für Holz hast", klang es jetzt wieder deutlich näher.

Selbstverständlich weiß ich, welches Holz ich besitze. Meine Holzvorräte kenne ich ganz genau. Und ich weiß auch ganz genau, daß meine Frau mit "Länge" auch tatsächlich die Länge eines geometrischen Körpers meint - oder meinen könnte. Oder vielleicht die Tiefe oder die Breite, und gelegentlich, wenn Gegenstände schmal sind und sich vertikal ausgerichtet im Raum befinden, kann durchaus auch mal die Höhe gemeint sein. Meine Konzentration auf den Brief eines Lieferanten hatte vorübergehend nachgelassen. Da ich aber nichts mehr hörte, las ich erneut, und schaffte es, die Post nicht nur konzentriert, sondern auch fast vollständig zu bearbeiten.

Da stürmte die Holde erneut ins Arbeitszimmer. "Ich musste mal kurz mit dem Hund ´raus. Am besten zeig´ ich dir mal, wie ich das meine, mit dem Brett...!"
Sprach´s, und entschwand einen Augenblick später wieder. Ich harrte der Dinge, die da kommen sollten. Doch ich harrte vergeblich, statt dessen hörte ich von irgendwoher: "Kommst Du denn jetzt mal?"
Da Man(n) weiß, daß nicht beziehungskonforme Reaktionen auf solche Begebenheiten zu unkontrollierbaren Verwicklungen führen können, die geeignet sind, den Hausfrieden empfindlich zu stören, erhob ich mich von meinem Schreibtisch, und begab mich suchend zu meiner kreativen Gattin in´s Wohnzimmer, wo ich Sie über einen Haufen weihnachtlichen Bastelmaterials gebeugt entdeckte. "Den Rest der Post kann ich ja auch später lesen." Nein, ich sagte es nicht, ich dachte es nur.
"Guck mal, so ungefähr siebzig Zentimeter muß das Brett schon lang sein, damit das Adventsgesteck da drauf passt" erzählte sie mir, und zeigte mit ausgestreckten Händen eine Strecke von rund vierzig Zentimetern. Es ist äußerst vorteilhaft, wenn man wenigstens eine ungefähre Vorstellung davon hat, wo im Haus sich Zollstock oder Bandmaß befinden. Als echter geborener und berufsmäßiger Techniker kommt mir da die Tatsache zugute, daß sich sogar meistens eines dieser Meßwerkzeuge in meiner Tasche befindet.
"Liebes, das sind vierzig Zentimeter, schau´ mal!" sagte ich, und hielt das Bandmaß zwischen die Hände meiner Frau.
"Na, dann eben vierzig Zentimeter. Hast Du sowas?"
"Sowas mache ich dir, Liebes. Und wie breit?"
"Na so" zeigte sie, "ungefähr..."
"Auf ungefähr kann ich meine Säge schlecht einstellen. Ich müsste das schon etwas genauer wissen! Was genau soll denn auf das Brett?"
"Drei von diesen Steckschwämmen, die schneide ich so kürzer, diese etwas höher, und dann soo hintereinander."
"Aha, endlich eine einigermaßen verwertbare Angabe..", dachte ich bei mir und vermaß einen der Steckschwämme.
"Prima, also vierzig Zentimeter lang und zwölf Zentimeter breit. Ich habe Reste von tollem Nussbaumholz, daraus säge ich dir gleich ein passendes Brettchen."
"Ist Nußbaumholz nicht dunkel?"
"Ja, relativ dunkel, und man kann es prima beizen."
"Nee, dunkles Holz passt nicht auf den Esstisch, da muß eher ´was helles hin."
"Wie?" fragte ich verdutzt, "ich denke, das Brett sieht man gar nicht."
"Eigentlich nicht, aber ich glaube es wirkt irgendwie hübscher, wenn das Brett einen Rand hat."
"Na gut, aus hellem Holz also, und mit umlaufenden Rand. Da nehme ich Buche oder Ahorn..."


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Adventsgesteck-Schale aus HolzWeihnachtsgesteck-Schale aus Holz Adventsgesteck-Schale aus HolzWeihnachtsgesteck-Schale aus Holz Adventsgesteck-Schale aus HolzWeihnachtsgesteck-Schale aus Holz


Sie sinnierte einen Moment vor sich hin mit diesem typischen Gesichtsausdruck, der langjährig-erfahrene Ehemänner dazu verleitet, völlig still und geduldig innezuhalten.

"Und wie machst Du die Kuhle?"
Bei dieser Frage nutzten mir auch Intuition und Aufmerksamkeit nichts, ...aber auch gar nichts, denn es mangelte mir an absolut jeglicher Vorstellung davon, was mit derselben gemeint gewesen sein könnte.
"Welche Kuhle?" fragte ich deshalb nach einem kurzen Moment der inneren Sammlung.
"Na die Kuhle, in der das Wasser bleibt. Von einem glatten Brett läuft ja alles ´runter und versaut mir den Tisch."
"Was denn für Wasser", fragte ich wieder, "Du sagtest doch, Du willst das Brett als Unterlage für ein Gesteck nutzen?"
"Ja, aber die Steckschwämme macht man doch naß, damit das Tannengrün und Moos frisch bleibt."

Mein Verständnis kehrte jetzt wohl zurück, denn ich überblickte plötzlich den gesamten Umfang der Problematik. Gewünscht wird also eine schlichte, rechteckige Schalen-Unterlage aus hellem Holz, und mit Rand, für ein Advents-Gesteck, welches auf Feuchtsteckschwämmen aufgebaut wird, und als Tischdekoration dienen soll. Es ist doch immer wieder erfrischend, wenn eine Frau so ganz genau weiß, was sie will!

Nach zwei Stunden strahlte die beste aller Ehefrauen, als sie die Gesteckschale betrachtete, und das war mir alle Mühe wert.
"Siehste, war doch ganz einfach, genau so wollte ich das von Anfang an haben."
"Natürlich Liebes, wir verstehen uns, ...wie immer "



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